Umweltbildung

Kobolde der Nacht

Foto: NABU/M. Herrmann
Foto: NABU/M. Herrmann

25 verschiedene Fledermausarten gibt es in Deutschland. Die internationale Batnight bietet die Möglichkeit, die erstaunlichen Schönen der Nacht einmal aus nächster Nähe kennen zu lernen. Sie findet traditionell Ende August statt, und das mittlerweile weltweit in über 35 Ländern. In Deutschland wird sie vom NABU organisiert. In Veranstaltungen erfährt man interessante Fakten über unsere heimischen Fledermäuse. Besonders der Schutz der Tiere steht hierbei im Vordergrund. Die NABU-Fledermausfreunde zeigen, was jeder einzelne für den Erhalt unserer faszinierenden Flugakrobaten tun kann. Im NABU Henneberger Land fand die Veranstaltung in der Staatlichen Grundschule „An den Gleichbergen“ Milz statt. Dort trafen sich 23 naturinteressierte Kinder und NABU-Mitglieder zur Fledermausnacht 2016.

Mit dem Vorstellen des Fledermauslebensraums schuf Dr. Christoph Unger von der UNB Hildburghausen die Grundlage für ein erfolgreiches Wochenende. Gleichzeitig konnten Ängste über Fledermäuse den Kindern genommen werden. An einem großen Modell lernten die Grundschulkinder, dass Fledermäuse zu den Säugetieren gehören. Am Abend ging es nach Römhild zum Besuch eines Fledermaus-Sommerquartiers. Der „Hausmeister“ der Fledermäuse Herr Worliczek erzählte Interessantes aus dem täglichen Leben der Großen Mausohren. Dann wurde es spannend. Wie viele Mausohren sind noch auf dem Dachboden? Leider waren es nur noch drei Individuen von ca. 40 Tieren, die noch am Vortag dort „abhangen“. Aber die Tiere richten sich nicht nach uns Menschen. So werden wir das Sommerquartier, die Wochenstube der Fledermäuse, im Juni 2017 erneut besuchen. Ein herzlicher Dank gilt allen Helfern und vor allem der Rhön Rennsteig Sparkasse, damit diese Veranstaltung ein voller Erfolg werden konnte.


Schnuffel

Foto: NABU/M. Herrmann
Foto: NABU/M. Herrmann

Menschen helfen Tieren - mit diesem Spruch sind in der Weihnachtszeit viele unterwegs, um Spenden einzusammeln. Bei uns gibt es Mitglieder, die helfen übers Jahr immer wieder Wildtieren, die sich in der Natur verletzt haben und allein sich nicht mehr helfen könnten. So ist es auch Schnuffel ergangen. Mit nur noch einem Auge und einem Wirbelsäulenschaden, der den normalen Gebrauch der Hinterextremitäten nicht mehr erlaubt, würde er in der freien Natur leichte Beute sein. Nun hat er bis an sein Lebensende eine neues Zuhause bei Kristina gefunden. Sie kümmert sich schon seit mehr als 30 Jahren um verletzte oder auch unterernährte Igel. Wenn sie so erzählt, dann erfahren die Zuhörer viel über dieses dämmerungs- und nachtaktive Tier. "Wenn zu euch die Mama sagt: 'Gute Nacht! Schlaft schön!', dann sagt der Igel:'Guten Morgen! Ich habe Hunger!'" Nun verstehen die Kinder, warum man den Igel kaum zu Gesicht bekommt. Eigentlich müsste es ja richtig und vollständig Braunbrustigel (Erinaceus europaeus) heißen. Er ist es, der hier im westlichen Mitteleuropa zu Hause ist. Er ist selten geworden. Aber in nicht zu sehr aufgeräumten Gärten findet man ihn. Er ist uns als Menschen gefolgt; Kulturfolger nennt man das. Warum?
Weil Braunbrustigel eine reich gegliederte Feldflur mit einem abwechslungsreichen Bewuchs aus Hecken, Gebüsch, Bodendeckern, Weideland, Feldraine mit Altgrasbestand oder Staudendickichten, kleinem Gehölz mit Totholzbeständen und Ruderalflächen bevorzugen. Auch Laubwaldrändern finden sie toll. Sie meiden Nadelwälder, baum- und strauchlose Landwirtschaftsflächen und zu feuchte Habitate wie Moore. Gebüsche und Hecken, aber auch hohle Baumstämme und Felsspalten dienen ihnen als Ruheplätze, manchmal beziehen sie auch verlassene Baue anderer Säugetiere. Wo finden sie das noch alles in der freien Natur? Ein naturnaher Garten kann den Igel den Verlust ihres natürlichen Lebensraumes ersetzen.Dann sorgen wir aber auch für ausreichende Nahrung. Die Hauptnahrung des Braunbrustigels besteht vorwiegend aus Insekten, darunter Käfer wie die Laufkäfer, Ohrwürmer, Schmetterlingsraupen, sowie Tausendfüßer und Regenwürmer. Nacktschnecken zählen nicht zu seiner bevorzugten Nahrung, sie machen lediglich zwischen einem und fünf ProDas waren alles sehr interessante Informationen für die Kinder und Erwachsenen beim Treff mit Schnuffel. Vielen Dank Kristina!
 


Bibers Wohnzimmer gefunden

Foto: NABU/M. Herrmann
Foto: NABU/M. Herrmann

Das war eine große Freude, als endlich das Wohnzimmer der Familie Biber gefunden wurde. Doch alles der Reihe nach. Pünklich traf Marcus ein. Er ist der Bibermanager im NABU Thüringen und hat die Führung bei unserer Exkursion im Januar 2015 übernommen. Immerhin hatten 38 Teilnehmer erwartungsvoll den Weg in die Staatliche Grundschule "An den Gleichbergen" Milz gefunden. Im Mehrzweckraum konnte jeder dem Biber Bibo erzählen, was er schon über ihn weiß oder was er über das Leben der Biber erfahren möchte.
Dann ging es aber endlich los. Quer durch das Dorf hindurch zu Spring und Milz, die beiden Flüsse. Durch den Regen waren sie gut gefüllt und Marcus konnte sehr anschaulich erklären, welche Lebensbedingungen der Biber benötigt. Selber durften die Kinder ausprobieren, wie es sich anfühlt, nur über den Tastsinn seine Umwelt wahrzunehmen: Augenbinde aufgesetzt und der Partner führt an einen Baum. Dort fühlte das "blinde Kind" die Rinde, durfte am Baum riechen und am Ausgangspunkt - ohne Augenbinde - erraten, welchen Baum es erfühlt hatte. Auch einige Erwachsene machten mit und erhielten so einen Eindruck, wie sich ein Biber in seiner Welt zurecht finden muss.
Am Ufer der Milz waren dann bald Spuren des Bibers zu sehen. Nagungen, ein umgelegter Baum und dann - lauter Äste fein aufgeschichtet am Ufer. Marcus erklärte, dass hier Familie Biber sich einen Erdbau geschaffen hat. Unter den Ästen ist das "Wohnzimmer" und die Äste sind die Decke. Nun weiß jeder Bescheid: Wenn solche Haufen am Flussufer liegen, läuft man nicht drüber. Denn wer will schon der Familie Biber aufs Dach steigen...
Mit dem Befühlen eines Biberfells ging dann für alle eine schöne Exkursion zu Ende. Herzlichen Dank Marcus für Deine Hilfe beim Aufspüren des "Biberwohnzimmers"!


Rotkäppchen irrt!

Unter dem Motto „Rotkäppchen irrt“ informiert der NABU in Kindergärten und Schulen spielerisch über Wölfe in Deutschland. „Letztlich waren es Unwissenheit und Übertreibungen, die den Wolf vor mehr als hundert Jahren aus Deutschland verdrängten. Kinder begegnen den Wölfen zunächst jedoch ohne Vorurteile. Dass sie die Wölfe als Wildtiere respektieren, ohne sie als Kuscheltiere zu verniedlichen, ist eines der Ziele dieses Projektes“, sagte Markus Bathen, NABU-Wolfsexperte.


KindergärnerInnen und Pädagogen aus unserem Bereich sind aufgerufen, sich ebenfalls mit dem Wildtier Wolf zu beschäftigen. Wir bieten verschiedene Workshops zum Thema an.

Ansprechpartnerin: Marianne Herrmann, Tel. 03681 36 13 18

Download
Aktionsleitfaden für Kindergärten "Auf den Spuren der Wölfe"
nabu_wolf_kp_aktionsleitfaden_v11.pdf
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