
Suhl, 14. Juni 2026
Der Hirschkäfer wird auch als Schröter, Hornschröter oder Feuerschröter bezeichnet. Der Name wurde nach dem alten Volksglauben gedeutet, Hirschkäfer würden glühende Kohlen tragen oder Blitze
anziehen und wären so für Brände im Haus verantwortlich. Die Art war bereits im Römischen Reich bekannt: Die Larven wurden als Delikatesse gegessen, die männlichen „Geweihe“ als Amulett getragen.
Bereits im Jahre 2012 war der Hirschkäfer das Insekt des Jahres.
Hirschkäfer (Lucanus cervus) findet man in
Eichen- und Eichen-Hainbuchenwäldern mit einem hohen Anteil an morschem und totem Holz. Aber auch Gärten und Parks mit altem Baumbestand bieten diesem Insekt Lebensraum. Die große Käferart
verweist zugleich auf die Notwendigkeit der Erhaltung von alten Bäumen und der Belassung von Totholz in unserer Landschaft. Derzeit findet ein gravierender Verlust dieser Lebensstätten statt. Sie
sind in Deutschland sehr selten geworden und in Thüringen stark gefährdet. Um mehr über die Vorkommen des Insekts zu erfahren, bitten NABU Thüringen und Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau
und Naturschutz (TLUBN) darum, Hirschkäfer zu melden.
Aufgrund der besonderen Entwicklungsbedingungen gestaltet sich auch eine zielgerichtete Suche nach Hirschkäfern schwierig. Hier ist die Auswertung von Zufallsfunden eine wichtige Grundlage für
die Ausweisung der Verbreitungsgebiete beziehungsweise Bewertung der Vorkommen. Denn er ist eine der wenigen Käferarten, für die als Art der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie europaweit
Schutzmaßnahmen ergriffen werden. Um mehr über die Verbreitung in Thüringen zu erfahren, rufen der NABU Thüringen und das Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN) zur
Hirschkäfersuche auf.
Am besten können Hirschkäfer in der Dämmerung zwischen Ende Mai und Anfang August in alten Wäldern beziehungsweise in Waldnähe beobachtet werden. Oftmals sind gerade die Suchflüge paarungswilliger Männchen zu beobachten.
Bitte belassen Sie
Hirschkäfer grundsätzlich an Ort und Stelle und fangen sie nicht ein. Es handelt sich um eine streng geschützte Art, die durch unseren Aufruf nicht beeinträchtigt werden soll.
Wir bitten um Meldung aller sicheren
Beobachtungen, auch aus früheren Jahren. Dabei sind Ort, Beobachtungsdatum und Anzahl der Tiere wichtig, aber auch Angaben zur Gefährdung oder sonstige Beobachtungen zum Lebensraum
interessant.